1981..so begann alles...

...30 Jahre Rentnerband....

...30 Jahre Rentnerband.... von Rita Bolzhauser

Hinter einem aktiven Rentnerbandmitglied
steht eine kluge Frau, hier bin ich.

Fast 20 Jahre an Marcus Seite - Solange ich auch die Rentner begleite.
Das war weiß Gott kein leichter Job - Damals gabs schneller hop als top.
An Aschermittwoch nach tagelangem Rausch - War so manche Partnerin ausgetauscht.
Der ein oder andre Koffer stand vor der Tür - Wilde Zeiten, das sag ich dir.
Schaut ihnen einmal ins Gesicht - So lammfromm war`n sie damals nicht.

30 Jahre, eine lange Zeit - Damals wie heute nichts bereut.
Jung, dynamisch, voller Tatendrang - Legten sie sich mit allen an.
Wollten alles retten, 9 schwarze Rebellen - Die Welt und den Karneval im Speziellen.
Das stieß auf Ablehnung bei den Alten - Mit der Tradition sollten sie es halten
In Ochtendung wird nichts Neues gestartet - Auf euch Wilde haben wir gerade gewartet

So wurde mit harten Bandagen gekämpft - Sie rammten neue Eckpfeiler ungedämpft.
In traditionell gewachsenen Boden - Es half kein Jammern oder Toben.
Irgendwann kam man nicht mehr umhin - Gemeinsam an einem Strang zu ziehn.
Beharrlich und stetig erkämpfte Existenz - Das närrische Volk akzeptierte sie längst.
Sie brachten mit Musik Stimmung in die Säle - Im Karneval durften die Rentner nicht mehr fehlen.
VeilchenDienstag, Kappensitzung, Maskenball - Die Rentnerband war überall.
Sie riefen die Nacht der Kavaliere ins Leben - An Weiberfastnacht – erfolgreich-Rentnerband eben.

Und immer spielten sie aus Spaß an der Freud - Nahmen niemals Geld, und das bis heut.
Man mußte nur rufen, dann waren sie da - Spielten für Prinzenpaare und GOK.
Blickten zurück und sagten Dankeschön - Würde auch anderen sehr gut stehn.
Ehrten jedes Jahr einen verdienten Karnevalist - Wenn das keine Ehrfurcht vor Traditionen ist.

Tradition das heißt auch Frack und Fliege - Pomade bringt das Haar zum Liegen.
Das habe ich vorher nicht gewusst - Dieser Geruch tötet jegliche Lust.
Mit Brisk auf dem Kissen mutiert mein Schatz - Bis zum morgen zum Hubschrauberlandeplatz.
Getrocknet wird das Zeug zu Beton - Schwerer Kopf, fraglich wovon.

Schwarzer Mantel und weißer Schal - Wenn´s draußen kalt ist an Karneval.
Cabriooutfit für alte Leut - Joopi Heesters als Ehrenrentner hätt es gefreut.
Stilecht passend geht man nicht mehr zu Fuß - Die Rentner von heute fahren Cabriobus.
Eiserner Gustav, so ist sein Name - Ein Oldtimer als exzellente Reklame.
Wurde oft und gerne von Möhnen erstürmt - Was die Renterfrauen sehr erzürnt.
Woooomit wir dann beim Thema wär`n - Dieses hören sie gar nicht gern.

Doch das muss heute nun mal sein - Im Karneval gingen sie immer allein.
Kamen erst wenns hell wurde nach Haus - Da wars doch mit dem Frieden aus.
Eine Wolldecke im Mund verhinderte die Sprache - Erblindung vor der Haustür erschwerte die Sache.
In der Medizin heißt das ataktischer Gang - In Ochtendung, er hat de hin on Herschoh an.
Beim hin und her im Wiegeschritt - Da trifft man leider das Schlüsselloch net.
Aus hin und her wird vor und zurück - Die Orden klappern an einem Stück.
Endlich endlich gelingt der Sieg - Die Orden machen Geräusche wie beim Almabtrieb.
Und wecken alle Schlafenden im Haus - So sehen Traditionen aus.

Ich habe die Reihenfolge übersehn - Bevor man heimkommt, muß man erst mal gehen.
Das sieht dann folgendermaßen aus - Der Pinguin will aus dem Haus.
Springt in Frack und edlen Zwirn - Pomade kommt wieder aufs Gehirn.
Das Gekläpper wieder auf die Brust - Das Spiegelbild zeigt sich selbstbewusst.
Für die große Schlacht ist er bereit - Und tschüss, macht ihm die Tore weit.
Ist erst passiert dann diese Tür - Erinnert er sich an gar nichts mehr.
Schwarze Wolke, da geht er hin - Der abend wird gut, wenn sie sich verziehn.

Traf man sich dann auf einem Saal - Ganz zufällig beim Maskenball.
Wurden wir Frauen ignoriert - Als ob man nicht zusammengehört.
Die Theke war der schönste Platz - Im Arm vielleicht ein andrer Schatz.
Tranken und gaben sich charmant - Das war ganz schön arrogant.
Marschierten dann geschlossen aus - Ließen uns zurück, da war der Ofen aus.
Und hier kommt die kluge Frau zum Zug - Essen, steht morgen im Singlekochbuch.
Und zieht er das Ehebett in Betracht - Ich würde sagen, Schicht im Schacht.
Ich glaube wohl, ich sagte es schon - Auch das war früher Tradition.

So mancher Asco floß ins Land - Genauer in die Kehle rann.
2000 haben sie dann entschieden - Nicht mehr weiter Alleingang zu üben.
Sie taten dann einen großen Schritt - Der hieß für uns, wir gehen mit.
Auch diese Anfänge waren nicht leicht - Wir hatten was wir wollten nun erreicht.
Und als es abends losgehn sollt, na toll - Kamen die Rentner und waren schon voll.
So gingen wir los, zu Kneipentour mit Band - Oh, was haben wir uns geschämt.
Die Rentnerband granatenmäßig voll - Alle spielten mit, aber keiner was er soll.
2 Kneipen wahrten wir das Gesicht - Und entschieden, das brauchen wir nicht.
Beim nächsten Ausmarsch bleiben wir hier - Und genau so taten es wir.

Ein Befreiungsschlag, wir waren sie los - Ole, Ole Fiesta tönte es groß.
nur ganz nebenbei bemerkt - Schon 2 Stunden später haben sie es gemerkt.
Das wir nicht mehr an ihrer Seite - Wann zurückgeblieben, und in welcher Kneipe?
Und eines wussten wir damals schon - Das wird nicht zur Tradition.
Tja so wars früher, Krieg und Frieden - Nichts ist wie es war geblieben.
Doch eines weiß ich aus erster Hand - Die Renterband hat seit 30 Jahren Bestand.
Das hat gerade deshalb funktioniert - Weil sie sich immer wieder neu definiert.
Die Tradition ganz fest im Blick - Schaun sie nach vorn und manchmal zurück.
Und für den Karneval in Ochtendung gilt seit jeher - Den Menschen zur Freud und Gott zur Ehr.

Eine Band die jeder kennt - Herzlichen Glückwunsch RENTNERBAND