Ehrenrentner 2006 - Herr Jakob Richard Martini

B e k a n n t m a c h u n g
hiermit geben kund und zu wissen:

dass Herr Jakob Richard Martini, als Sohn von Anton und Maria Martini, geb. Erbar, am 7. Juli 1937 im Ochtendunger Krankenhaus zum ersten Mal das Licht der Welt erblickte.
Nachdem er sich im St. Martin Kindergarten ausgetobt hatte, wurde er 1943 in die Ochtendunger Volksschule eingeschult. Aufgrund einer mehrmonatigen Schulunterbrechung wegen dem 2. Weltkrieg besuchte er von 1945 - 1948 die Volkschule in Mülheim-Kärlich und anschließend von 1948 – 1951 wieder die hiesige Schule, die er erfolgreich absolvierte.
Seine berufliche Laufbahn begann er 1951 als Schmiermaxe am Bagger seines Vaters bei der Firma Cyriac Weiler in Ochtendung. Außer seiner Wehrpflichtzeit bei der Infanterie in Hamburg und Flensburg waren die Ochtendunger Wannenköpfe 43 Jahre seine berufliche Heimat. Nicht er hat ständig seinen Arbeitsplatz gewechselt, sondern lediglich sein Arbeitgeber mehrmals den Namen. Ob bei Cyriac Weiler, Lava Union oder der heutigen Rheinische Provinzial Basalt Lava, hat er sein Können als Allroundman in der Werkstatt, auf der Raupe, oder zuletzt bei Verladungen mit einem Radlader unter Beweis gestellt. Am 4. Oktober 1994 trat er seinen wohlverdienten Ruhestand an.
Neben seiner beruflichen Tätigkeit hat Herr Martini das Wort Vergnügen nie vergessen.
So auch beim Muckeball 1965 als eine junge Frau ihn ständig zum Tanzen aufforderte.
Schluß war´s mit seinen Hafenrundfahrten. Der Hafen der Ehe wurde angesteuert. Am 9.März 1965 gab er seiner heutigen Gattin Marlies, geb, Wiemers auf dem Standesamt in Mülheim an der Ruhr das Ja-Wort.
Aus dieser Ehe ginge zwei Kinder hervor: Tochter Hildegard Maria, geb. am 17.09.65 und Tochter Ute, geb. am 24.10.69.

Seine karnevalistische Laufbahn begann Herr Jakob Richard Martini 1954 als Gründungsmitglied des Fanfarenzuges Blau/Weiß Ochtendung. Mit dem spielen der Naturfanfare hat er von 1954 – 1970 die karnevalistischen Umzüge in Ochtendung begleitet. Das allein bedeutet schon 16 Jahre Musik für den Ochtendunger Karneval. Nachdem der Fanfarenzug Blau/Weiß Ochtendung 1970 von Natur auf Es Instrumente wechselte, hatte Herr Martini keine Angst vor einer neuen Herausforderung. Mit einem Melaphon (3.Stimme) hat er weitere 10 Jahre die Karnevalsumzüge in der hiesigen Region bestritten. Man schrieb das Jahr 1980, als mehrere Vereinsmitglieder die aktive Mitgliedschaft und somit das musizieren im neu strukturierten modernen Fanfarenzug Blau/Weiß Ochtendung niederlegten.

Da aus diesem jahrzehnten langen Vereinsleben unter den ausscheidenden Mitgliedern eine Freundschaft entstand, besuchte man auch gerne gemeinsam die damals ortsüblichen Veranstaltungen. So auch am 11. 11. 1980, als sie beim Kirmesfrühschoppen im Saal Esch alle an einem Tisch verweilten. Bei einem Bierchen wurde viel über die vergangenen Jahre erzählt als plötzlich die Idee aufkam: „Wollen wir einen Stammtisch gründen?“ Mit großer Begeisterung wurde der Vorschlag angenommen. Eine kurze mündliche Satzung wurde beschlossen:
1.) treffen einmal pro Monat,
2.) wir bauen einen Fastnachtswagen,
3.) die Farben blau und weiß sind Pflicht.
Das Motto für den 1. Wagenbau wurde bis zur nächsten Sitzung vertagt. Doch so lange brauchte man gar nicht zu warten. Es kam ein Anruf bei allen Stammtischbrüdern an, mit der bitte mal das Zweite Deutsche Fernsehen einschalten um die Blau/Weißen Zeichentrickfiguren mal genauer zu betrachten.
Das war die Geburtsstunde der Ochtendunger Schlümpfe.

Herr Jakob Richard Martini hat die Räumlichkeiten für die Wagenbauhalle organisiert und war unter anderem für die Beschaffung sowie die Verarbeitung der verschiedenen Materialien beim Wagenbau verantwortlich. Deshalb wurde er zum Oberschlumpf ernannt.15 Jahre lang haben die Schlümpfe den Veilchendienstagszug mit ihren optisch und viel Technik ausgestatteten Wagen bereichert. Mit Motiven wie z.B. das Riesenrad, das Schiff oder der Berliner Bus, um nur einige zu nennen, brachten sie jedes Jahr ein neues Highlight für den Ochtendunger Karneval. Jährlich wurden bis zu 25000 Blau-Weiße Papierrosen verarbeitet, die in mühevoller Handarbeit von den Schlümpfe-Frauen hergestellt wurden.
1990 regierte er als Prinz Jakob III. mit seinem Sclümpfehofstaat die närrische Residenz Ochtendung. Auch wir von der Rentnerband verbrachten in diesem Jahr als Hofkapelle viele schöne Stunden unter seiner Regentschaft. Überregional wurde sogar der Kurort Bad Bertrich angesteuert. Super Tag / Nacht, bis in die frühen Morgenstunden wurde gefeiert. 1996 wurde von dieser Truppe mit dem Riesenfahrrad der bislang letzte Wagen gebaut.
Das macht Summa summarum eine 42 Jahre lange Verbindung zum Ochtendunger Karneval. Doch nicht nur beim Wagenbau war Herr Jakob Richard Martini der Oberschlumpf. Bei Auftritten auf den Kappensitzungen war er als Pipi Langstrumpf oder bei Geburtstagsfeiern als Zarah Leander zu bewundern. Nach dem Motto „ wo nichts los ist bin ich, aber ich kann nicht überall sein“, präsentierte er den Wagenbaugemeinschaften und der Ochtendunger Fastnacht als Orgelmann viele harmonische Klänge.

Heute noch zählt Herr Jakob Richard Martini zu den aktiven des Gesangvereins ARS Musica.
Als treues inaktives Mitglied schätzt man Ihn heute noch bei der Freiwilligen Feuerwehr und der DJK Ochtendung.

In den bisher vergangenen Jahren erntete er in Ochtendung und Umgebung Dank und Annerkennung. Für 25 Jahre Vereinstreue wurde Ihm vom RKK die silberne Ehrennadel überreicht. Vom Deutschen Bundesverband wurde er am 29.5.94 für 40 Jahre Spielmannstreue mit der goldenen Ehrennadel ausgezeichnet. Vom Fanfarenzug Blau/Weiß Ochtendung wurde er zum Ehrenmitglied ernannt.

Seine treuen Dienste im Ochtendunger Karneval gaben uns Anlass, Ihm heute, Sonntag dem 22.01.2006 das „Goldene Monokel am Bande“ zu überreichen. Seit jenem Tage an ist es Ihm würdig, den Namen
„EHRENRENTNER DER RENTNERBAND“ zu tragen.

gezeichnet Die Rentnerband